Pressemitteilung
Neue Spitzahorn-Samenplantage im Wolferstetter Forst
Genreservoir und neuer Produktionsstandort für hochwertiges, genetisch vielfältiges Saatgut

Das AWG-Team beim Pflanzen der Spitzahorn-Samenplantage im Wolferstetter Forst bei Palling (Foto: D. Glas, AWG)
Der Spitzahorn ist eine wichtige heimische Baumart, die unter den erwarteten Klimabedingungen auf einigen Standorten in Bayern gut wachsen kann und wertvolles Holz liefert.
Im Wolferstetter Forst bei Palling (Landkreis Traunstein) legte das AWG unter der Leitung von Daniel Glas im Frühjahr 2026 deshalb eine neue Spitzahorn-Samenplantage an.
Gepflanzt wurden 500 veredelte Pfropflinge von 84 Plusbäumen, die aus den Hauptverbreitungsgebieten des Spitzahorns in Bayern stammen. Aus Reisern dieser Plusbäume wurden durch Veredelung und zweijährige Anzucht in einer Baumschule Pfropflinge erzeugt, die jetzt im Wolferstetter Forst zu einer neuen Fortpflanzungsgemeinschaft zusammengeführt wurden.
Durch das Zusammenbringen von Plusbäumen aus einem Herkunftsgebiet mit unterschiedlichen Umweltbedingungen entsteht ein breiterer Genpool. So geben die Besten der Besten ihre wertvollen Erbanlagen weiter und produzieren das Saatgut für die bayerischen Wälder der Zukunft.
Samenplantagen für hochwertiges Saatgut
„Um den klimarobusten Wald von morgen aufzubauen, braucht es eine zuverlässige Versorgung mit hochwertigem Saatgut, Samenplantagen können diese Versorgung leisten. Ministerin Kaniber hat das erkannt und unterstützt die Arbeit des Amts für Waldgenetik nachhaltig“, so Dr. Joachim Hamberger, Leiter des AWG in Teisendorf.
Die Etablierung von Samenplantagen ist gerade in der Anfangsphase besonders kostenintensiv. Trotz dem haben etablierte Samenplantagen langfristig ein sehr hohes wirtschaftliches Potenzial.
Bayerisches Samenplantagen-Programm
Das Amt für Waldgenetik (AWG) betreut derzeit über 55 Samenplantagen. Die Fläche in Palling ist Teil des Programms „100 Samenplantagen für Bayern“ der Bayerischen Forstverwaltung, mit dem die Anzahl der bestehenden Samenplantagen verdoppelt werden soll. Die Versorgung von Baumschulen und Waldbesitzenden mit qualitativ hochwertigem Vermehrungsgut soll dadurch gesichert werden.
Die Bereitstellung der 3 Hektar großen Fläche im Wolferstetter Forst, die zum Forstbetrieb Berchtesgaden gehört, erfolgte im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung zur Anlage von Samenplantagen zwischen der Forstverwaltung und den Bayerischen Staatsforsten (BaySF). In Zukunft sollen statt vieler kleiner Einzelflächen größere, zusammenhängende Zentren entstehen. Für vom AWG angelegte Samenplantagen begründen die Bayerischen Staatsforsten identische Zwillingsplantagen an einem anderen Standort. So kann bei Ausfall einer Samenplantage die Zwillingsplantage noch Saatgut liefern.
„Waldumbau beginnt nicht bei der Pflanze, sondern beim hochwertigen und herkunftsgesicherten Saatgut. Durch die aktive Erweiterung der Baumartenpalette und den Aufbau von Mischwäldern kann die Anpassungsfähigkeit der heimischen Wälder im Klimawandel gefördert werden“ so Dr. Muhidin Seho, Leiter des zuständigen Sachgebiets Erhalten und Nutzen forstlicher Genressourcen am AWG.