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Klimasensitivität forstlicher Genressourcen heimischer Baumarten
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Vogelkirschen bei Kitzungen (Foto B. Rau AWG)
Hintergrund
Die Langzeitforschung am Themenkomplex ''Klimasensitivität forstlicher Genressourcen heimischer Baumarten" gehört zu den zukunftsweisenden und wichtigsten Hauptaufgaben des AWG.
Dabei werden heimische Herkünfte identifiziert, die besonders anpassungsfähig an das zukünftige Klima sind. Der Untersuchungsfokus liegt auf zugelassenen Erntebeständen, gleichzeitig werden heimische forstliche Genressourcen in ihrer Vielfalt erhalten und die Biodiversität auf allen Ebenen gefördert.
Förderung
Das Projekt wird gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.
Förderkennzeichen: klifW031
Laufzeit
Das Dauerprojekt beginnt am 01.01.2025
Aufgabenbeschreibung
Vogelkirsche, Weißtanne, Waldkiefer und Winterlinde im Fokus
Mit Hilfe von verschiedenen hochvariablen genetischen Markern (neutral und adaptiv) werden Bestände der heimischen Baumarten Vogelkirsche, Weißtanne, Waldkiefer und Winterlinde analysiert und ihre Anpassungsfähigkeit bei sich rasch ändernden Umweltbedingungen bewertet.
Ausgewählte Bestände werden durch die Kombination ökologischer Nischenmodelle mit Methoden der ökologischen Genetik untersucht und ihre Reaktion auf Wetterextreme bewertet. Mit Hilfe von Nischenmodellen werden vorhandene Klima- und Standortdaten abgeleitet, von optimal bis marginal (auf Grenzstandorten); ebenso die Trophieebene von basenreich bis basenarm. Für die Stratifizierung des Untersuchungsraums und Auswahl der Bestände werden genaue Standortsuntersuchungen vorgenommen. Dadurch kann die Beziehung zwischen Genetik und Umwelt besser bewertet werden.
Hauptziel dieser Bemühungen sind die nachhaltige Nutzung und langfristige Bereitstellung von hochwertigem und herkunftsgesichertem Vermehrungsgut. Der innovative Forschungsansatz leistet einen essenziellen Beitrag zur Abschätzung der Resilienz solcher Erntebestände gegenüber dem Klimawandel und ermöglicht Aussagen zur künftigen Eignung von forstlichem Vermehrungsgut für den Wald der Zukunft.
Projektziele
- Untersuchung der Anpassungsfähigkeit von heimischen Wäldern mit Hilfe von Genmarkern und die Identifikation von klimaplastischen Populationen
- Intensive genetische Forschung zu räumlich genetischen Strukturen und Ableitung der forstlichen Herkunftsgebiete sowie Erarbeitung von Vorschlägen für die Aktualisierung von Herkunfts- und Verwendungsempfehlungen
- Erarbeitung von Empfehlungen für die Zulassung von klimaplastischen Saatguterntebeständen auf marginalen Standorten
- Verbesserung der Erntebasis zur Deckung des zukünftigen Bedarfs an Vermehrungsgut, insbesondere durch Zulassung weiterer Erntebestände in den Regionen, die bisher nur in unzureichendem Umfang zugelassene Erntebestände oder Samenplantagen aufweisen
- Erstellung von Suchkulissen als Grundlage für künftige Klimawandel-Anpassungs-Herkunftsversuche
Weitere Informationen
Projektbearbeitung
Dr. Karl-Heinz Mellert
Yves-Daniel Hoffmann